Glasfaserkabel kaufen: Wissenswertes über LWL-Kabel

Glasfaserkabel
Was sind Glasfaserkabel und worin bestehen die Unterschiede? Welches LWL-Kabel ist für welchen Einsatzzweck geeignet? Was muss beim Kauf beachtet werden? Glasfaserkabel sind Lichtwellenleiter. Die Kabel werden auch als LWL-Kabel (Lichtwellenleiter-Kabel) bezeichnet. LWL Kabel spielen heute bei der Datenübertragung eine große Rolle. Ein LWL-Kabel besteht aus einem Bündel konfektionierter Glasfasern. Glasfaserkabel werden in der Regel mit Steckverbindung angeboten. Glasfasern übertragen optische Signale in Form von ultraviolettem und infrarotem Licht. Leitungsgebundene Kommunikationssysteme sind heute ohne die Datenübertragung mittels Lichtwellenleiter undenkbar.

Aus welchem Material bestehen Lichtwellenleiter (LWL)?


Glasfasern bestehen aus Quarzglas. Eine einzelne Glasfaser setzt sich aus einem Glaskern sowie dem Glasmantel, dem Cladding, zusammen. Über den Glasmantel werden die Lichtwellen geführt. Glasfasern sind zudem mit Kunststoff ummantelt. Dieser Überzug macht sie biegsam und verhindert ein Zerbrechen der Fasern.

Neben Glasfasern aus Quarzglas sind außerdem Polymere, optische Fasern aus Polymethacrylat oder Polystrol erhältlich. Lichtwellenleiter aus Polymeren werden jedoch ausschließlich für kurze Entfernungen bis zu 30 Metern für die digitale optische Audiosignalübertragung sowie zu Dekorationszwecken eingesetzt.

Die Faserstärke der Glasfaserkabel


Glasfasern unterscheiden sich in ihrem Durchmesser. Üblicherweise sind sie in drei verschiedenen Stärken erhältlich. Ihr Querschnitt beträgt entweder 9 µm, 50 µm oder 62,5 µm. Die Stärke der Kunststoffbeschichtung unterscheidet sich ebenfalls, sie beträgt entweder 125 µm oder 250 µm. Beim Kauf eines Glasfaserkabels kann die Stärke den Herstellerangaben entnommen werden. Ein LWL-Kabel mit der Angabe 50/125µm hat beispielsweise einen Querschnitt von 50 µm und einen 125 µm dicken Mantel.

Monomode- und Multimode-Glasfaserkabel


Bei den Glasfaserkabeln wird zwischen Monomoden und Multimoden unterschieden. Monomode LWLs tragen die Bezeichnung 9/125µm. Sie werden ausschließlich für große Entfernungen verwendet und spielen für den Privatgebrauch kaum eine Rolle.

Multimode-LWLs haben eine Faserstärke von 50 µm oder 62,5 µm. Multimode-Glasfaserkabel sind die richtigen Kabel für kürzere Distanzen, beispielsweise in Gebäuden. Die 50 µm LWL Kabel werden in Europa bevorzugt, während die 62,5 µm LWLs vorwiegend in den USA gebräuchlich sind.

Für die Neuverkabelung im Haus ist die Kabelstärke 50/125µm empfehlenswert. Mit diesen Glasfaserkabeln wird die höchste Reichweite erreicht und auch die Kompatibilität mit modernen europäischen Netzwerken ist am besten.

Was bedeutet die OM-Bezeichnung bei einem Glasfaserkabel?


Glasfaserkabel weisen aufgrund ihrer verschiedenen Stärken unterschiedliche Eigenschaften auf. Die Eigenschaften von LWLs sind nach DIN EN 50173-1 bzw. nach IEC/ISO 11801 genormt. Multimode-Lichtwellenleiter sind in OM1, OM2 und OM3 unterteilt.

LWL OM1

Kabel mit der Bezeichnung OM1 erreichen bei einer Datenmenge von 1 GB eine Reichweite von 275m, bei 10 GB 33m.

LWL OM2

Kabel mit dieser Bezeichnung erreichen bei 1 GB eine Reichweite von 550m, bei 10 GB 84m.

LWL OM3

OM3 Kabel erreichen bei 1 GB eine Reichweite von 900m, bei 10 GB 300m.

Je nach zu übertragender Datenmenge und benötigter Entfernung sollte das Kabel also entsprechend gewählt werden. Darüber hinaus werden verschiedene Kabeltypen für unterschiedliche Einsatzbereiche und Verwendungszwecke angeboten.

Glasfaserkabel für den Innenbereich


Innenkabel sind für kurze Entfernungen, je nach OM-Bezeichnung, in Innenräumen geeignet. Sie werden auch für die Etagenverkabelung sowie den Steigbereich eingesetzt. Glasfaserkabel für Inneräume sind halogenfrei, biegsam und weisen eine gute Zugentlastung auf.

Glasfaserkabel für den Außenbereich


Kabel für den Außenbereich besitzen immer eine wesentlich robustere Ummantelung als Kabel für Innenräume. Erdkabel sind vor Feuchtigkeit, mechanischen Einflüssen und auch vor Kleinstlebewesen und Nagetieren geschützt.

Pigtail-Glasfaserkabel


Ein kurzer Lichtwellenleiter mit LWL-Stecker wird als Pigtail bezeichnet. Ein Pigtail weist keine Kabelhülle auf. Dieses Kabel wird beispielsweise in der Fernmeldetechnik zum Spleißen an Verlegekabeln benutzt.

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