Stofftiere Test von Stiftung Warentest wirft Fragen auf – Schadstoffe in Kuscheltieren

Stiftung Warentest hat für die Ausgabe 12/2015 Stofftiere auf Schadstoffe und Sicherheitsmängel getestet. Das Ergebnis ist zunächst beunruhigend, denn viele Tiere, mit denen unsere Kinder tagtäglich spielen und kuscheln, sind leider mit Schadstoffen belastet.
Insgesamt 30 Plüschtiere hat Stiftung Warentest auf gefährliche Stoffe und Sicherheitsmängel überprüft. Das Testergebnis ist insofern überraschend, als dass der Preis scheinbar nicht viel über die tatsächliche Qualität der Stofftiere aussagt. Unter den Testverlierern sind auch teure Markenprodukte, unter den Testsiegern günstige Kuscheltiere. Ist Kik wirklich besser als Steiff? Es lohnt sich tatsächlich, die Testergebnisse genauer zu betrachten, denn die Bewertungen sind teilweise nicht nachvollziehbar. Sicherheitsmängel und Schadstoffe wurden gleich gewichtet. Ob die Schadstoffe im Etikett, in kleinen Teilen oder im gesamten Plüsch gefunden wurden, spielte für die Gesamtwertung scheinbar keine große Rolle. Worauf Sie beim Kauf achten sollten und welche Kuscheltiere im Test keine Schadstoffe enthielten, lesen Sie hier.

Kuscheltiere im Test bei Stiftung Warentest


Schadstoffe in Plüschtieren sind bedenklich, denn vor allem kleine Kinder stecken Teile ihrer geliebten Spielkameraden nun einmal häufiger in den Mund. Das Tier wird dann auch nachts mit ins Bett genommen und fest gedrückt. Über die Haut können Schadstoffe in den Körper gelangen. Auch Sicherheitsmängel sind natürlich bedenklich, vor allem bei Stofftieren für Babys und Kleinkinder. Augen, die das Kind mit wenig Kraftaufwand entfernen und verschlucken kann sind ebenso ein Problem, wie einzelne Haare oder Haarbüscheln, die dem Stofftier beim Spielen ausgehen. In die Testergebnisse von Stiftung Warentest flossen die Aspekte Sicherheit und Schadstoffe in etwa zu gleichen Teilen ein. Eine mangelhafte Verarbeitung führte also ebenso zu einer Abwertung, wie ein hoher Schadstoffgehalt. Im Test aus dem Jahre 2015 erwiesen sich zwei Drittel der getesteten Kuscheltiere als mangelhaft.

Testsieger: Senger Plüschhase - bei Amazon ansehen


Schadstoffe in Kuscheltieren


In vielen Kuscheltieren fand Stiftung Warentest bedenkliche Mengen an gesundheitsgefährdenden Stoffen, 19 der 30 getesteten Stofftiere waren mit Schadstoffen belastet. Bei der Bewertung sollten Sie aber genauer darauf achten, welche Teile betroffen sind, denn in einigen Fällen befanden sich Schadstoffe nur im Etikett oder in kleinen Teilen.

Gefunden wurden vor allem die sogenannten PAK, polyzyklische, aromatische Kohlenwasserstoffe. Diese Schadstoffe werden häufiger in Kinderspielzeug gefunden, sie stammen aus verunreinigten Erdölprodukten und Farbstoffen. PAK stehen im Verdacht, krebserregend zu wirken. Durch Waschen können diese Schadstoffe übrigens nicht entfernt werden, wenn sich der Gehalt auch etwas reduzieren lässt.

Sind die Ergebnisse auf alle Tiere eines Herstellers übertragbar?


Es besteht grundsätzlich folgende Problematik: Wenn Stiftung Warentest in einer Stichprobe keine Schadstoffe gefunden hat, bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass alle Stofftiere dieses Herstellers gut sind. Es kann theoretisch sogar sein, dass das gleiche Modell mal mehr und mal weniger Schadstoffe enthält, da die verarbeiteten Textilien aus unterschiedlichen Bezugsquellen stammen. Da Farbstoffe oft belastet sind, kommt es auch auf die Farbe der Tiere an.

Kuscheltiere von Kik empfehlenswert?


Im Test hat ein Stofftier von Kik gut abgeschnitten, allerdings hatte Ökotest in einem früheren Test schon einmal ein Stofftier von Kik sehr schlecht bewertet. 

Händler wie Kik beziehen ihre Produkte von unterschiedlichen Händlern, vorwiegend aus Asien. Der Hersteller ist dem Kunden nicht bekannt, die Produktion nicht transparent. Ein gutes Testergebnis kann reiner Zufall sein, die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass es sich so verhält. Aufgrund der mangelnden Nachprüfbarkeit von Herstellern, Produkten und Lieferanten kann Spielzeug von Kik daher nicht uneingeschränkt empfohlen werden. Ähnlich verhält es sich mit Produkten aus dem Discounter, Spielzeug von Aldi oder Lidl schneidet in unabhängigen Tests stets völlig unterschiedlich ab, mal gut und mal schlecht.

Kritik an den Bewertungen für Stofftiere von Steiff, Sigikit und Kösen


Markenherstellern wie Steiff oder Kösen produzieren ihre Stofftiere selbst. Die Produktion ist daher transparenter als bei No-Name Spielzeug, zumal diese Hersteller wirtschaftlich auf ein gutes Image angewiesen sind. Schlechte Testergebnisse können sie sich eigentlich nicht leisten. Im Test von Stiftung Warentest wurde ein Hase von Steiff mit der Note Mangelhaft bewertet, der Grund waren Sicherheitsmängel. Kinder können bei diesem Steifftier die Füllwatte mit geringem Kraftaufwand herausreißen, die Nähte an den Armen waren aufreißbar. Schadstoffe wurde aber keine gefunden. Da stellt sich doch die Frage, ob die schlechte Bewertung des Steiff Tieres gerechtfertigt ist, da ausreißbare Füllwatte bei einem Stofftier nicht gelichzusetzen ist mit hohen Schadstoffwerten. Steiff bietet für Babys und Kleinkinder ein Sortiment an besonders sicheren und weichen Tieren an, das Tier aus dem Test ist ein größerer Hase für etwas ältere Kinder. Die schlechte Bewertung lässt sich nicht nachvollziehen, zumal Steifftiere als eine der wenigen im Test schadstofffrei waren. Zudem überzeugen die Verarbeitungsqualität und naturgetreue Optik von Steifftieren. Der Hersteller führt nach eigenen Aussagen Qualitätskontrollen durch und ist außerdem TÜV-zertifiziert.

Auch das Tier (ein Pinguin) von Kösen wurde abgewertet, da sich in den Füßen Schadstoffe nachweisen ließen. Ein kleiner Bereich, der Rest des Tieres war schadstofffrei. Im Vergleich zu den anderen Bewertungen ist diese schlechte Bewertung fragwürdig, zumal uns die Produkte der Firma Kösen (die übrigens in Deutschland produziert) sowohl optisch als auch qualitativ sehr gut sind. Kösen hat sofort auf den Test reagiert und den betroffenen Stoff für die Füße ausgetauscht.







Das Produkt Sigikid Beasts Metusa Leo wurde schlecht bewertet, da die Tester im Etikett Schadstoffe gefunden haben. Das Tier selbst war schadstofffrei. Wieder ein Beispiel für eine nicht nachvollziehbare Bewertung, die Etiketten werden in der Regel entfernt. Ein weiteres Tier von Sigikid wurde mit gut bewertet, das spricht grundsätzlich eher für Kuscheltiere von Sigikid.

Platz 2: Sigikid  Katze Sweety - bei Amazon ansehen


Außerdem empfehlenswert sind Stofftiere von Senger und Oetinger Bio, die im Test sehr gut abgeschnitten haben.

Testnote gut: Oetinger Bio Bär - hier bei Amazon ansehen

Hier die Bewertungen von Stiftung Warentest im Detail:


Aspekte, die für Sie besonders interessant sein könnten, sind markiert.

Gutes Testergebnis:


Senger Tierpuppen Schlenkertier Hase, beige: sehr gut (1,0), Hergestellt in Deutschland

Spiele Max / Smiki Hund: 25 cm gut (1,6) Hergestellt laut Anbieter in Thailand

Galeria Kaufhof / Bob der Bär, Affenbaby: gut (1,7) Hergestellt laut Anbieter in Kambodscha

Kik Lamm: gut (1,7) Hergestellt laut Anbieter in China

Sigikid Katze Sweety: gut (1,7) Hergestellt laut Anbieter in Europa

Oetinger Natur Mein Bio Kuschelbär: gut (2,2) Hergestellt laut Anbieter in Ägypten

Schmidt Spiele Die Sendung mit dem Elefanten, Elefant: gut (2,4) Hergestellt laut Anbieter in Vietnam

Heunec Janosch Tigerente, 27 cm: befriedigend (3,1) Hergestellt laut Anbieter in China


Schlecht bewertet:


Toys"R"Us Bär mit parfümierten Ohren (Erdbeere): Schad­stoffe: Ohren enthalten Duftstoffe mit allergenem Benzylalkohol. Hergestellt laut Anbieter in China

Die Spiegelburg Pferdefreunde, Pferd Johnny, 20 cm:  mangelhaft (4,6) Schadstoffe: Sattel und Trense enthalten Chrysen (PAK), Augen Naphthalin (PAK). Hergestellt laut Anbieter in China

Kösen Felsenpinguin, klein 2
: mangelhaft (4,6) Schadtoffe: Fußoberseite enthält Formaldehyd, Fußunterseite PAK. Hergestellt laut Anbieter in Deutschland. Anbieter hat Material inzwischen ausgetauscht.

Nici Ayumi Secret, schwarz, 20 cm: mangelhaft (4,6) Mängel Schad­stoffe: Schleife enthält Chrysen (PAK), Etikett PAK. Anmerkung: scheinbar nur kleine Teile sind belastet. Nase nicht schweiß- und speichelecht. Hergestellt laut Anbieter in China

Nici Der kleine Drache Kokosnuss, Schlenker, 25 cm: mangelhaft (4,6) Mängel Schadstoffe: Plüsch enthält Chrysen (PAK). Rückenkamm und Klauen NPE. Hergestellt laut Anbieter in China

Nici Shaun das Schaf, Schlenker, 25 cm: mangelhaft (4,6) Mängel Schadstoffe: Cremefarbener Plüsch enthält Chrysen (PAK). Hergestellt laut Anbieter in China

Sigikid Beasts Metusa Leo, klein: mangelhaft (4,6) Mängel Schad­toffe: Etikett enthält deutliche Mengen an Naph­thalin (PAK). Anmerkung: Nur Etikett belastet. Hergestellt laut Anbieter in Europa

Sterntaler Spieltier Mabel: mangelhaft (4,6) Mängel Schad­stoffe: Plüsch und Textilien enthalten Naph­thalin (PAK). Hergestellt laut Anbieter in Indonesien

Sunkid Frosch: mangelhaft (4,6) Schadstoffe: Roter Textilmund enthält Chrysen (PAK) und NPE. Anmerkung:scheinbar nur kleine Teile sind belastet. Hergestellt laut Anbieter in China

Teddy Hermann Teddy gold: mangelhaft (4,6) Schadstoffe: Etikett enthält Chrysen (PAK), Plüschschnauze Naphthalin (PAK). Hergestellt laut Anbieter in China

Tedi Kuschelfreunde Teddybär mit Flicken: mangelhaft (4,6) Schad­stoffe: Braune Nase enthält Phthalat DIBP. Hergestellt laut Anbieter in China

Ty Frizzy Fang blau, 15 cm: mangelhaft (4,6) Schad­stoffe: Blaue Plü­schmähne enthält Chrysen (PAK). Hergestellt laut Anbieter in China

Woolworth / Smily Teddybär, braun mangelhaft (4,6) Schad­stoffe: Augen ent­halten Naph­thalin (PAK). Anmerkung: scheinbar nur kleine Teile belastet. Hergestellt laut Anbieter in China

Althans Eule, 18 cm: mangelhaft (4,7) Schad­stoffe: Plü­schrü­cken und Etikett ent­halten Chrysen (PAK). Hergestellt laut Anbieter in China

Ebulobo Kleiner Louloup: mangelhaft (4,7) Schadstoffe: Plüsch enthält Chrysen (PAK). Hergestellt laut Anbieter in China

Simba Disney Winnie the Pooh Tigger,
25 cm mangelhaft (4,7) Schadstoffe: Plüsch enthält Chrysen (PAK).

Vivid Leo Lausemaus Kuschelfreund: mangelhaft (4,7) Schadstoffe: Brauner und weißer Plüsch enthalten Chrysen (PAK). Hergestellt laut Anbieter in China

Nanu-Nana Teddybär mit Herz:
mangelhaft (4,8) Schadstoffe: Plüsch enthält Chrysen (PAK). Hergestellt laut Anbieter in China.

Ikea Lilleplutt Katze grau-weiß: mangelhaft (5,2) Schad­stoffe: Bart­haare ent­halten hohe Mengen an Naph­thalin (PAK). Hergestellt laut Anbieter in Indonesien.

Karstadt / Kuschelwuschel, Pegasus Cerise, 20 cm: mangelhaft (5,5) Füllwatte kann herausgezogen werden, Schadstoffe: Schwanz und Mähne enthalten Chrysen (PAK). Hergestellt laut Anbieter in China.

Käthe Kruse Drache Kuno Spieltier 2: mangelhaft (5,5) Füllwatte kann herausgezogen werden: Fußnähte unsicher. Schadstoffe: Folie im Flügel enthält DEHP, Etikett Naphthalin (PAK). Hergestellt laut Anbieter in Lettland

Steiff Hoppi Schlenker-Hase, 26 cm: mangelhaft (5,6) Füllwatte kann heraus­gezogen werden: Unterarmnähte unsicher, keine Schadstoffe. Hergestellt laut Anbieter in Tunesien

 Video:

Test Kuscheltiere: Viele sind schadstoffbelastet & unsicher



Quelle:  test.de
 

Kommentare

Lesen Sie auch: