Badeschuhe Test: nur wenige Badeschlappen sind ohne Schadstoffe

badeschuhe test
Es hat schon mehrere Untersuchungen zum Thema Schadstoffe in Badeschuhen gegeben. Im Test konnten leider nicht alle Badeschuhe überzeugen.
Die Redaktion WiSo hat für das ZDF drei Produkte getestet und auch die Verbrauchersendung Markt sendete mehrere Produkte an ein Testlabor. Worauf sollte man beim Kauf von Badeschuhen achten? Wie kann ich sichergehen, dass ich ein Produkt kaufe, dass möglichst wenig belastet ist? Kann man Schadstoffe in Plastikprodukten riechen? Die Testergebnisse und einige aktuelle Empfehlungen für Sie zusammengefasst.

Badeschuhe Test von WiSo


2008 hat die WiSo Redaktion für das ZDF einen kleinen Badeschuhe Test durchgeführt. Es wurden neben Badeschuhen übrigens auch Wasserbälle getestet. Sieben Produkte wurden ins Labor geschickt, vier überschritten die Grenzwerte für polyzyklische, aromatische Kohlenwasserstoffe erheblich. Hierbei ist aber zu beachten, dass es sich nicht um einen gesetzlichen Grenzwert handelte. Die Grenzwerte für Schadstoffe in Kunststoffschuhen wurden vom Handel selbst in Deutschland gesetzt. Experten sind der Meinung, dass diese Grenzwerte viel zu hoch seien. Wahrscheinlich sind schon wesentlich niedrigere Konzentrationen an Schadstoffen gesundheitlich bedenklich.

Die gefundenen polyzyklischen, aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK) werden besonders häufig in Kunststoffprodukten und sogar in Spielzeug gefunden. Sie stehen im Verdacht, das Erbgut zu verändern und die Entstehung von Krebs zu begünstigen. Bei den hochbelasteten Badeschuhen reiche, so die Experten, bereits eine Kontaktzeit mit der nackten Haut von ca. 30 Minuten, damit die Schadstoffe in den Körper gelangen können.

Doch immerhin gibt es auch positive Testergebnisse, die Produkte von Adidas zum Beispiel waren vergleichsweise gering belastet. Es sind leider vor allem die billigen Badelatschen, die im Test besonders hoch mit Schadstoffen belastet waren. Inzwischen haben einige Hersteller reagiert, man kann aber immer noch davon ausgehen, dass Kunststoffschuhe nach wie vor problematisch sind. Dies bewies auch ein aktueller Test aus dem Jahre 2015, doch dazu später mehr.

Die Testergebnisse


Am höchsten mit Schadstoffen belastet war die Saunapantolette Olympia von Karstadt, Preis 6,99 €. Die Schadstoffe waren 15 Mal höher als der Grenzwert erlaubt. Nicht viel besser sah es mit den Badeschuhen DRS von Rossmann für 3,49 € aus. Sie überschritten den Grenzwert etwa um das Siebenfache. Ebenfalls nicht empfehlenswert waren die Plasticlogs “Sabine Trend“. Lediglich die Original Adilette von Adidas war nur gering belastet, die gefundenen Schadstoffe lagen deutlich unterhalb der Grenzwerte. Die Adilette ist mit 25-30 € das mit Abstand teuerste Produkt.

Nach eigenen Erfahrungen (Adilette vor etwa 10 Jahren gekauft, im Sommer täglich als Hausschuh getragen, sonst im Schwimmbad, Urlaub, Bad etc., Schuh hält immer noch und sieht auch noch gut aus, lediglich die weiße Farbe der Streifen ist etwas abgeblättert) muss aber gesagt werden, dass die Original Adilette von Adidas ein extrem langlebiger und bequemer Badeschuh ist. Die Adilette können Sie problemlos zehn Jahre lang und länger tragen, sie geht einfach nicht kaputt. Der höhere Anschaffungspreis ist also relativ, denn eigentlich ist die Adilette günstig. Sie ist schadstoffarm, bequem, sieht dabei auch noch gut aus und hält extrem lange. Deswegen ist die Adilette von Adidas unser Testsieger. Das schöne ist außerdem, dass es diese Badeschuhe für Frauen, Männer und sogar Kinder in vielen Farben gibt.

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Badeschuhe Test von Markt für den NDR


Für die Sendung Markt, ausgestrahlt 2015 im Norddeutschen Rundfunk, wurden ebenfalls verschiedene Badelatschen getestet. Es wurden vier Badeschlappen unterschiedlicher Hersteller ins Labor geschickt und auf Schadstoffe geprüft. Das Ergebnis: drei der vier getesteten Badeschuhe waren mit Schadstoffen belastet, wenn auch unterhalb des vom Handel selbst festgelegten Grenzwertes.

Im Test: Flipflops von Rossmann für 3,99 €, Herren Badeschuhe von Aldi für 3,99 €, Badeschuhe für Damen von Kick für 4,99 € und Flipflops von Deichmann für 9,95 €.

Im Test schnitten die Aldi Badeschuhe besonders schlecht ab, sie hatten den höchsten Gehalt an Lösungsmitteln. Die Werte lagen zwar innerhalb der gesetzlichen Vorgaben, waren aber doch zu hoch. In den Badeschuhen von Kick wurden krebserregende Kohlenwasserstoffe (PAK) gefunden.

Auch die Flipflops von Rossmann sind nicht empfehlenswert, sie enthielten Dimethylformamid und Weichmacher. Beide Stoffe gelten als reproduktionstoxisch, sie können das Erbgut schädigen. Schwangere oder Frauen, die demnächst Kinder bekommen möchten, sollten besonders vorsichtig sein, denn die enthaltenen Stoffe können Missbildungen begünstigen.

Der Testsieger im Test von Markt waren die Flipflops von Deichmann. Allerdings handelt es sich hier um Badeschlappen mit Zehentrenner, Flipflops, und nicht um klassische Badeschuhe.

 

Wie erkenne ich Schadstoffe in Badeschuhen? Am Geruch?


Schadstoffe in Badeschuhen können Sie direkt nicht erkennen, es gibt aber Hinweise. Riechen Sie an dem Schuh. Riecht er stark, sollte man vorsichtig sein. Ein beißender Geruch ist ebenso ein Hinweis auf Schadstoffe, wie ein leicht fruchtiger bis vanilleartiger, spitzer Geruch. Viele billige Gummi- und Plastikprodukte haben diesen speziellen Geruch, wenn Sie ihn einmal gerochen haben, wissen Sie, wovon die Rede ist. Dieser Geruch deutet auf Weichmacher oder PAKs hin.


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