Welches Puppenhaus ist am besten? Pädagogisch wertvolle Puppenhäuser aus Holz im Test



Das Puppenhaus gehört schon immer zu den beliebtesten Spielwaren, es beflügelt die Fantasie und regt auch kleine Kinder schon zu Rollenspielen an. Das Leben wird in einem Puppenhaus perfekt nachgebildet.
Das Kind hat mit der Puppenstube und den kleinen Püppchen die Möglichkeit, seine eigenen Erfahrungen in der Familie zu verarbeiten, sich Geschichten auszudenken und diese nach zu spielen. Das erste Puppenhaus wurde übrigens für einen Jungen und nicht für ein Mädchen gebaut. Im Jahre 1558 gehörte es dem jungen Herzog Albrecht V. von Bayern. Die Stube für die kleinen Puppen gab es also bereits im 16. Jahrhundert, von damals bis heute hat sich das Haus natürlich grundlegend verändert. Doch welches ist aus pädagogischer Sicht am besten? Welche sollte man für ein dreijähriges oder ein älteres Kind kaufen? Die besten Modelle und worüber Sie beim Kauf nachdenken sollten.


Holz Puppenhaus Testberichte

 

Moderne Puppenhäuser für kleine und große Kinder


Die Auswahl an Puppenhäusern ist inzwischen so groß wie sie nie war, neben eher nostalgisch wirkenden Häuschen sind auch ganz moderne Villen oder Designerhäuser mit zeitgemäßer Ausstattung erhältlich. Doch was ist für Kinder wirklich richtig?

Ein gutes Puppenhaus sollte nicht zu detailreich sein


Grundsätzlich sind sich Erzieher und Pädagogen darin einig, dass die Puppenstube nicht zu detailreich ausfallen sollte. Das Kind sollte die Möglichkeit haben, seine Fantasie auszuleben. Unsere Kinder sind heute zu vielen Reizen ausgesetzt, das Haus selbst sollte schlicht gehalten sein, verschmähen Sie Modelle, die Geräusche produzieren, leuchten oder blinken. Ein Flachbildfernseher oder die Markenküche müssen nicht sein, einfacher ist meistens mehr. Schön sind Puppenstuben aus Holz, die mit einfachen Biegepüppchen bespielt werden können. Investieren Sie etwas mehr, denn von guter Verarbeitungsqualität profitieren Ihre Kinder lange.

 

Puppenhäuser für 3-Jährige


Besonders für die kleinsten Kinder im Alter von etwa drei Jahren ist darauf zu achten, dass das Haus nicht zu viele bewegliche Kleinteile enthält, die das Kind versehentlich verschlucken könnte. Insbesondere für die Kleinen sind einfache Formen und Farben am besten, empfehlenswert ist ein gutes Holzpuppenhaus mit einfachen Biegepüppchen.

Puppenhäuser für Mädchen ab 5 Jahren


Ab einem gewissen Alter wollen unsere Kinder die Markenspielwaren haben, die sie im Fernsehen gesehen haben. Die Hersteller nutzen das ganz geschickt aus, es werden schnelllebige Spielzeugtrends erzeugt, die Jahr für Jahr wechseln und uns Eltern dazu bringen sollen, immer etwas Neues zu kaufen. Experten empfehlen, diese Trends nicht mitzumachen, sondern den Kindern echte Werte zu vermitteln. Das ist natürlich oft besser gesagt als getan und kann sicher nicht immer von heute auf morgen umgesetzt werden. Besonders beliebt in dieser Altersgruppe sind die Puppenhäuser von Mattel (Barbie). Als bessere Alternative empfehlen wir ein Haus von KidKraft (Video Testbericht folgt). Die modern ausgestatteten Häuser bieten jeglichen Komfort, teilweise wird hier aber ein Luxusleben mit Pool und Sportwagen vorgelebt, dass das Kind in seiner Realität nicht hat. Ob das gut ist? Ob das sein muss? Vielleicht haben Sie ja Lust, einen Kommentar zu hinterlassen und Ihre Meinung zu diesem Thema mitzuteilen.


Worauf sollte man achten?

  •  Ein stabiles Holzhaus mit einfachen Formen ist am besten
  • Die Zimmer sollten groß genug sein, damit das Kind darin frei spielen kann. Gut ist, wenn die Zimmer von verschiedenen Seiten zugängig sind.
  • Ausreichende Größe, ein gutes Puppenhaus ist etwas größer als das Kind im Stehen.
  •  Kein übetriebener Luxus, also keine Villa mit Pool etc.
  •  Gute Verarbeitung und einfache Montage


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 Video Testbericht KidKraft Puppenhaus Savannah- Empfehlung für Mädchen ab 4-5 Jahren



Puppenstuben im Rückblick

Das erste Puppenhaus für den Herzog Albrecht wurde zu repräsentativen Zwecken gebaut, es diente aber auch der Erziehung des jungen Adeligen. In dieser Zeit gab es richtiges Spielzeug nur an den Höfen, die arme Bevölkerung hatte kaum Zeit für Spiele. Die Kinder spielten mit einfachen, selbst gebauten Spielzeugen. Erst im 18. Jahrhundert kamen pädagogische Theorien auf, Spielzeug wurde zur Erziehung der Kinder entwickelt. Damals waren es vor allem die reichen Kaufleute Augsburgs und Nürnbergs, die für ihre Kinder Miniaturhäuser bauen ließen. Sie dienten auch als Schaustück, um den eigenen Reichtum nach außen zu zeigen.



In der Zeit des Biedermeier, zu Beginn des 19. Jahrhunderts, war die Puppenstube in den gutbürgerlichen Haushalten verbreitet. Sie diente dazu, Mädchen auf ihre zukünftige Aufgabe als Hausfrau und Mutter vorzubereiten. Sie bildete das bürgerliche Leben der damaligen Zeit perfekt ab, Küche, Schlafzimmer, Salon und natürlich Kaufladen waren mögliche Motivwelten. Häufig bestand die Puppenstube auch nur aus einem einzigen Zimmer, beispielsweise einem Kaufladen oder einer nachgebildeten Kirche. Die Zimmer wurden von kleinen Püppchen mit Porzellanköpfen bewohnt. Die Ausstaffierung der Puppen entsprach der gesellschaftlichen Schicht des Kindes. Erst im 20. Jahrhundert wurden Puppenstuben im größeren Stil in Fabriken hergestellt, immer noch waren sie aber ein Spielzeug für die Reichen.

Interessant ist übrigens, dass bis in das 20. Jahrhundert hinein die Puppenstube ein Spielzeug für die Winterzeit war. In vielen Familien wurde das Puppenhaus erst am Heiligen Abend aufgebaut, meistens gab es neue Puppen oder Möbel als Weihnachtsgeschenk. In Protestantischen Familien galt es in dieser Zeit als schädlich, wenn Kinder zu viel spielten. Deswegen wurde die Puppenstube nach Weihnachten oft wieder verstaut.

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